Greta Thunberg spricht über ihr Spezialthema Klima und das Asperger-Syndrom – Dokumentarfilm “I am Greta” startet

Der komplette Dokumentarfilm I am Greta in der ARD Mediathek:
https://www.ardmediathek.de/ard/video/…/

(ww) Greta Thunberg ist die Vorreiterin der weltweiten Klimaschutz-Bewegung. Ihren ersten Schulstreik für das Klima startete sie mit 15 Jahren. Ein Filmemacher begleitete Sie auf ihrem Weg. Entstanden ist der sehr persönliche Dokumentarfilm der Dokumentation “I am Greta” von Regisseur Nathan Grossmann, in dem sie auch über ihr Asperger-Syndrom spricht. Der Filmstart ist am 16. Oktober 2020. Das Deutsche Fernsehen ARD will den Dokumentarfilm im regulären TV-Programm senden.

Angefangen hat die Filmidee von Nathan Grossmann mit Greta Thunbergs ersten Schulstreik 2018. Anfangs noch unbekannt sitzt Greta Thunberg mitten im Winter mit Mütze und Handschuhen und einem Pappschild vor der Schule. “Skolstrejk” für den Klimaschutz verkündet sie. Noch sitzt sie dort alleine, aber immer mehr Menschen schließen sich ihr an. Ihre Beharrlichkeit für den Klimaschutz steckt viele junge Menschen an. Nach nur zwei Jahren ist Greta Thunberg weltweit bekannt und hat die Bewegung #Fridays for Future angestoßen. Anfangs wuchs die Bewegung nur in Schweden, jetzt ist es eine weltweite Bewegung.

Greta Thunberg hat das Asperger-Syndrom. Sie selbst äußert sich sehr offen über ihren Autismus und dass er ihr die Fähigkeit gibt, sich sehr auf ein Spezialthema zu fokussieren und sich inhaltlich darin zu vertiefen. Auch ihre Beharrlichkeit und dass man sie nicht manipulieren kann, begründet sie mit dem Asperger-Syndrom. Greta Thinberg hat in den letzten Jahren viele internationale Politiker getroffen und vor der UN gesprochen. Eines ist dabei immer auffällig: Sie lächslt nur sehr selten, hat meist ein fast eingefrorenen Gesichtsausdruck und eine extrem sachliche Sprache. Deutliche Marker für ein Asperger-Syndrom.

Auch ihre Familie ist umfangreich in die Öffentlichkeit getreten und sprach über die schweren Depressionen, mit denen Greta durch ihr Asperger-Syndrom zu tun hatte. Dass sie eine klare Aufgabe gefunden hat, mit der sie sich entwickeln konnte, hat die Depressionen beigelegt, berichtet sie und ihre Familie. Ihr Engagement war für sie sehr heilsam. Nach einer Auszeit von einem Jahr hat die jetzt 17-Jährige ihr Leben in Schweden weitgehend wieder aufgenommen. Sie besucht ein Stockholmer Gymnasium.

Der Dokumentarfilm “I am Greta” (Deutscher Titel: “Ich bin Greta”) hatte am Freitag, den 4.9.2020 Weltpremiere bei den Filmfestspielen in Venedig. Greta konnte nicht persönlich anwesend sein, sie per Videoschalte aus Stockholm zugeschaltet. Höhepunkt der Dokumentation ist ihre Rede auf dem UN-Klimagipfel im Jahr 2019 und ihre Atlantiküberquerung mit der Segelyacht. Der schwedische Dokumentarfilm zeigt aber auch die Schattenseiten ihrer weltweiten Popularität wie Anfeindungen, Morddrohungen und soziale Überforderung auf.

“I am Greta” ist ein aufrüttelnder Film über die kleine Angst von Greta Thunberg als Mensch und die große Angst der Jugend vor Erwachsenen, die sagen, sie würden sich um alles kümmern, es dann aber nicht tun. Die Spieltermine in Deutschland sind im Internet zu finden unter https://iamgreta-derfilm.com.

Kultur-Podcast zu I am Greta: https://kultur24-berlin.de/die-neuen-filme-im-kino-22-10-2020/